Herzlich willkommen zu einem Streifzug in die faszinierende Welt der Farben, Stimmungen und magischen Momente der Natur. Taucht ein in die Magie des Lichtes, spürt den Zauber der Blüten, die Weisheiten der Bäume und erlebt die Vielfalt unserer Fauna. Staunt mit mir, welch ein genialer Designer und Architekt die Natur doch ist und welche Emotionen sie wecken kann.

 



Eine junge Waldohreule
(Ästling)

 

 

Zunächst dachte ich, es sitzt irgendwo ein junger Falke im Geäst...  Der Ruf der kleine Eule ähnelte dem eines jungen Falken. Doch dann sah ich den kleinen "Gremlin" sitzen :-)  Ich freue mich sehr, dass wir kleine Waldohreulen im Allinger Moos haben. Bisher haben wir 3 Jungtiere entdeckt.


Hier könnt ihr sie hören
Ruf der Eule.mp3 (207.82KB)
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Ruf der Eule.mp3 (207.82KB)


Am häufigsten hören wir in den Monaten Mai, Juni, Juli an lauen Abenden die Bettelrufe der jungen Waldohreulen. Nach dem Verlassen des Nestes werden sie von ihren Eltern noch einige Wochen geführt und gefüttert. Damit die Eltern sie finden, rufen die Jungeulen ständig mit einem hohen fiependen Klagelaut, der weithin hörbar ist. Die Waldohreule nutzt bevorzugt verlassene Nester von Greifvögeln und Krähen als Nistmulde. Der Brutbeginn für Waldohreulen liegt in Mitteleuropa normalerweise zwischen Ende März und Mitte April. Das Weibchen brütet bereits ab dem ersten Ei und legt mit einem durchschnittlichen Legeabstand von zwei Tagen durchschnittlich vier bis sechs Eier. Ist aufgrund vieler Mäuse das Beuteangebot sehr reichlich vorhanden, kann das Gelege ausnahmsweise auch bis zu acht Eier umfassen. Die Küken schlüpfen nach einer Brutdauer von 27 bis 28 Tagen

Die Waldohreule  ist eine mittelgroße Eule mit einer Körperlänge von etwa 36 cm und einer Spannweite von knapp einem Meter und hat somit etwa die Größe eines Waldkauzes. Sie ist jedoch wesentlich schlanker als der Waldkauz und erheblich leichter. Auffallend sind ihre feuergelben bis glutroten Augen und ihre langen, meist hoch aufgerichteten Federohren, die jedoch bei Erregung und im Fluge auch angelegt werden können. Das Gefieder der Waldohreule ist auf hellbraunem bis ockergelbem Grund schwarzbraun gestrichelt und gefleckt. Allgemein überwiegen bei den Weibchen dunkle, rostbraune Farbtöne. Die Männchen sind dagegen in ihrer Grundfärbung etwas heller. Die Färbung des Gefieders dient der Tarnung; ruhende Vögel im Geäst sind kaum zu entdecken.

und werden von dem Weibchen während ihrer ersten Tage intensiv gehudert. Das Weibchen schneidet aus der vom Männchen herangebrachten Beute kleine Stückchen und füttert sie den Jungeulen unter gluckenden Fütterungslauten. Sind die Nestlinge älter als vierzehn Tage, dann hockt das Weibchen tagsüber am Nistmuldenrand oder in nächster Nähe. Sowohl Männchen als auch Weibchen beteiligen sich an der Verteidigung der Brut. Erst wenn die Jungeulen das Nest verlassen und als Ästlinge in den Baumkronen hocken, beteiligt sich das Weibchen an der Beuteversorgung.

Die Jungeulen verlassen mitunter schon im Alter von drei Wochen die Nistmulde und klettern in die Baumkronen, wo sie in möglichst wenig einsehbarem Geäst verbleiben. Junge Waldohreulen sind geschickte Kletterer, die zum Klettern Krallen, Schnabel und Flügel einsetzen. Nach Einbruch der Dämmerung zeigen sie ihren Standort durch ein hohes „Zieeh“ an, das sie im Abstand von wenigen Sekunden wiederholen. Bereits im Alter von 10 Wochen können die Jungeulen in der Lage sein, selbständig Mäuse zu erjagen. Die Elternvögel füttern jedoch ihren Nachwuchs bis mindestens zur 11. Lebenswoche.

Selbständig gewordene Jungeulen legen auf der Suche nach neuen geeigneten Lebensräumen gelegentlich mehrere hundert Kilometer zurück. Aufgrund von Beringungsfunden konnte man nachweisen, dass Wanderungen aus mitteleuropäischem Gebiet bis nach Portugal vorkommen. Die bisher maximal belegte Wanderungsstrecke von Jungeulen beträgt 2.140 Kilometer. Typischer ist jedoch eine Wiederansiedelung in einem Radius von 50 bis 100 Kilometern um den Horst.